SOMMERCASINO - Programm - WE ROCK THE CITY
Programm
Sonntag 21.11.10 - Doors: 18:00 Uhr

NAPALM DEATH (UK)
DEATH METAL

& IMMOLATION
& MACABRE
& WAKING THE CADAVER


Bassist Nicholas Bullen gründete die Band 1981 im Alter von 13 Jahren. Maßgeblichen Einfluss auf die Musik der Anfangsjahre hatten Bands wie Discharge, Chaos U.K. oder Disorder.[1] Nach verschiedenen Line-up-Wechseln spielte die Band 1986 in der Besetzung Nik Bullen (Bass, Gesang), Justin Broadrick (Gitarre) und Mick Harris (Schlagzeug) die A-Seite des Debütalbums „Scum“ ein. Sämtliche Stücke dieser Session stammen aus der Feder des Duos Bullen/Broadrick, das nach den Aufnahmen die Band verließ. Broadrick gründete Godflesh, Bullen begann zu studieren. Anfang 1987 kamen Lee Dorrian (Gesang), Jim Whitley (Bass) und Bill Steer (Gitarre) hinzu, damit war kein einziges Gründungsmitglied mehr in der Band. Das Quartett nahm 1987 die B-Seite des Debütalbums auf, das somit Ende 1987 bei Earache Records erscheinen konnte. Bereits bei den 1987er Aufnahmen war Shane Embury anwesend, der zunächst als Roadie für die Band tätig war und ab 1988 Jim Whitley am Bass ersetzte.[1] In dieser Besetzung nahm die Band 1988 „From Enslavement To Obliteration“ auf, das bis auf Platz 1 der UK Indie Charts stieg.[2]

Im Jahr 1989 verließ zunächst Bill Steer die Band, um sich ganz auf seine zweite Band Carcass zu konzentrieren. Auf Grund musikalischer Differenzen stieg wenig später auch Lee Dorrian aus und gründete die Doom-Metal-Band Cathedral. Ersatz fand man mit Mark Greenway (Gesang, ex-Benediction) und dem US-Amerikaner Jesse Pintado (Gitarre, ex-Terrorizer). Im gleichen Jahr nahm Napalm Death an den legendären Sessions des Radiomoderators John Peel, den sogenannten „Peel Sessions“ teil.

Das Debütalbum „Scum“ und der Nachfolger „From Enslavement To Obliteration“ beinhalten jeweils über 25 Songs bei einer Spielzeit von knapp über 30 Minuten. Auf „Scum“ befindet sich der Song „You Suffer“, der nur eine Sekunde dauert. Beide Alben enthalten schnell gespielten Grindcore, der sich mit Thrash-Metal und Hardcore-Punk-Riffs abwechselt. Die Texte sind allesamt politischer Natur.

Anfang 1990 folgte mit Mitch Harris (ex-Righteous Pigs) ein weiterer US-Amerikaner. Gezeichnet von diesen raschen Besetzungswechseln, nahm die Band 1990 im auf Death Metal spezialisierten Morrisound-Studio in Tampa „Harmony Corruption“ auf. Produziert von Scott Burns, fiel das Album sehr Death-Metal-lastig aus und erfuhr ein geteiltes Echo.[3] Es folgte eine zweite „Peel-Session“. Auf Grund der massiven Kritik der Fans an dem mit „Harmony Corruption“ eingeschlagenen Stilwechsel nahm die Band 1991 die EP „Mass Appeal Madness“ auf, die sich stilistisch wieder mehr am Grindcore orientiert.[3]

Schlagzeuger Mick Harris verließ Napalm Death 1992 und widmet sich danach Bands wie Naked City und Scorn, seinen Job übernahm der bis dahin weitgehend unbekannte Danny Herrera. Noch im gleichen Jahr veröffentlichte Napalm Death „Utopia Banished“, das die mit „Mass Appeal Madness“ eingeschlagene Stilkorrektur fortführte.[3] Auf den folgenden Alben „Fear, Emptiness, Despair“ und „Diatribes“ zeigte sich die Band offen für kleine musikalische Experimente. Sie verzichtete fast gänzlich auf die Grindcore-typische Geschwindigkeit, was ihnen die Möglichkeit eröffnete, mehr rhythmische Elemente einzubauen und so neue Fangruppen zu erschließen.[3] 1995 verließ Sänger Mark Greenway kurzfristig die Band und schloss sich Extreme Noise Terror an. Für kurze Zeit übernahm deren ehemaliger Sänger Phil Vane den Gesang bei Napalm Death. Doch schon nach kurzer Zeit kehrte Greenway zur Band zurück und die Aufnahmen zu „Inside the Torn Apart“ konnten abgeschlossen werden. 1996 trat Napalm Death das letzte Mal für die BBC in der Friday Rock Show auf. Diese Aufnahmen wurden 2000 zusammen mit den Titeln aus der John Peel Show unter dem Namen „The Complete Radio One Sessions“ veröffentlicht.

Seit „Inside the Torn Apart“ ist das Line-up der Band relativ konstant geblieben und Napalm Death veröffentlichten in regelmäßigen Abständen neue Alben. 2004 verließ Jesse Pintado krankheitsbedingt die Band und starb 2006 an den Folgen eines diabetischen Komas. Die Band besetzte die zweite Gitarre nicht mehr und machte, wie in Anfangstagen, mit nur einer Gitarre weiter.

Mit „Leaders Not Followers“ (1999) und „Leaders Not Followers Part 2“ (2004) veröffentlichten Napalm Death zwei Tonträger mit Coverversionen ihrer musikalischen Vorbilder. Unter anderem coverten sie „Nazi Punks Fuck Off“ von den Dead Kennedys, das bei Konzerten bis heute einen festen Platz in der Setlist hat. Auf ihren späteren Alben spielten oft befreundete Musiker mit, unter anderem Jello Biafra und Jeff Walker.
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